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Das neue Telekommunikationsgesetz
Die Änderungen im Überblick

Das neue Telekommunikationsgesetz

Seit 2012 ist ein neues Telekommunikationsgesetz in Kraft getreten, das die Rechte der Telefon- und Internetkunden regelt. Vertragsumstellungen wurden dadurch einfacher, die Kosten überschaubarer und die Hotline-Abzocke schwieriger, aber was genau hat sich für die Nutzer verändert?

Tarif- und Wohnungswechsel

Kunden, die zu einem anderen Telefonanbieter wechseln, dürfen nach dem neuen Gesetz nur noch maximal einen Kalendertag ohne Anschluss dastehen. Wenn der Verbraucher beim Wechsel seine Rufnummer zum neuen Anbieter mitnimmt, darf diese auch höchstens einen Tag lang nicht erreichbar sein. Handy-Nutzer können ihre Nummer nun auch vor Ablauf des alten Vertrages zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Bei einem Wohnungswechsel dürfen die Telefonanbieter nicht mehr die Mindestvertragslaufzeit neu beginnen lassen. Stattdessen sind sie verpflichtet, den Anschluss in der neuen Wohnung zu den alten Konditionen und mit der alten Laufzeit weiterzuführen. Sollte der bisherige Anschluss am neuen Wohnort nicht verfügbar sein, erhalten die Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von drei Monaten. Das ist sehr vorteilhaft, denn bislang waren viele Nutzer hier auf die Kulanz der Anbieter angewiesen und mussten oft monatelang parallel an beiden Wohnorten zahlen.

Mindestvertragslaufzeit und Kostenkontrolle

Die anfängliche Mindestlaufzeit eines Vertrages darf nach der neuen Regelung maximal 2 Jahre betragen. Zusätzlich müssen Anbieter auch Verträge mit einer Höchstlaufzeit von zwölf Monaten anbieten. Natürlich verzichten manche Angebote, wie zum Beispiel der Tchibo Tarif, auch ganz auf Laufzeiten. Ferner kann man nun auch bei Handy-Verträgen einzelnen Posten widersprechen, ohne dass es zu einer Sperrung des Anschlusses führt. Hinzu kommt, dass Handy-Nutzer die Zahlungsfunktion ihres Telefons komplett sperren lassen können. Das Gleiche gilt für Vorwahlen wie etwa die 0900-Nummern. Schlussendlich müssen die Anbieter auch detaillierte Fragen zur Rechnung durch den Kontakt über eine kostenlose Hotline beantworten.

Internetgeschwindigkeit und Handy-Ortung

Möchte der Kunde einen neuen Internetvertrag abschließen, müssen die Anbieter bereits vor Vertragsabschluss die am Wohnort erreichbare Mindestgeschwindigkeit angeben. Dazu zählt nicht nur die selten erreichte Höchst-, sondern auch die Mindestgeschwindigkeit. Diese Angaben dürfen durch die Bundesnetzagentur überprüft werden. Mehr Transparenz gilt jetzt auch bei der Handynutzung. So muss jedes Mal eine SMS darüber informieren, wenn die Position eines Handys per Ortungsdienst bestimmt wird. Dieser Nutzung eines Ortungsdienstes muss man außerdem grundsätzlich schriftlich zustimmen.

Warteschleifen

Besonders ärgerlich für viele Nutzer sind die Wartezeiten während einer Schleife. Diese müssen nun kostenlos sein – egal, ob man vom Handy oder vom Festnetz telefoniert. Allerdings sind davon Nummern ausgenommen, die pauschal pro Anruf Geld kosten. Zusätzlich müssen Kunden nun über die voraussichtliche Wartezeit und die Art der Abrechnung informiert werden. Erfolgt diese Information nicht, droht der Firma ein Bußgeld und die Kunden müssen für den Anruf gar nichts zahlen.

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