Krankenkassenvergleich
Gesetzliche Krankenkassen im Vergleich

Krankenkassenvergleich

Zum Januar 2009 wurde die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland grundlegend reformiert. Durch die Einführung des Gesundheitsfonds besteht für gesetzliche Krankenkassen keine Möglichkeit mehr, die Beiträge in eigener Regie festzulegen. Trotz der einheitlichen Beitragssätze lohnt sich ein Krankenkassenvergleich, da sich die einzelnen Krankenkassen in wichtigen Punkten unterscheiden können. So werden beispielsweise bestimmte Zusatzleistungen geboten oder die Versicherten werden über ein vorhandenes Bonussystem belohnt. Nicht zu vergessen ist auch der Zusatzbeitrag, der von verschiedenen Krankenkassen erhoben wird, falls die Beiträge nicht zur Deckung der Kosten ausreichen.

Die Beiträge bei der gesetzlichen Krankenversicherung

Statt einer individuellen Festlegung des Beitrags durch die Krankenkassen wird seit der Gesundheitsreform ein durch die Bundesregierung festgelegter Beitragssatz erhoben. Aktuell liegt dieser bei 15,5 Prozent, von denen 0,9 Prozent vom Versicherten komplett übernommen werden müssen. Die restlichen 14,6 Prozent werden je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer beglichen.

Zusatzleistungen der Krankenkassen

Bei der Entscheidung für eine bestimmte Krankenkasse spielen nicht nur die Beiträge eine wichtige Rolle. Mindestens ebenso wichtig sind die angebotenen Leistungen. Etwa 95 Prozent der Leistungen sind bei allen gesetzlichen Krankenkassen identisch. Hierbei handelt es sich um die medizinisch wichtigen und notwendigen Leistungen, welche durch die Kassen übernommen werden müssen. Bei einem Krankenkassenvergleich sollten Versicherte deshalb besonders auf die restlichen fünf Prozent des Leistungsumfangs achten. Diese können von den einzelnen Krankenkassen individuell festgelegt werden. Hierbei kann es sich beispielsweise um die Kostenübernahme für bestimmte Präventionsmaßnahmen handeln. Hierzu zählen unter anderem die Kuren zur Vorsorge oder auch zertifizierte Kurse für eine ausreichende Bewegung oder die richtige Ernährung. Einige Kassen bieten auch die Übernahme der Kosten für eine Raucherentwöhnung oder verschiedene Leistungen für werdende Eltern an.

Erhebung von Zusatzbeiträgen

Alle Beiträge, welche von den etwa 200 Krankenkassen eingenommen werden fließen in den Gesundheitsfonds. Je nach Anzahl und Gesundheit der versicherten Mitglieder erhalten diese dann die Zahlungen aus dem Fonds. Für den Fall, dass die Krankenkassen mit den Beiträgen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, können diese einen Zusatzbeitrag von den Versicherten erheben. Zu Beginn der Gesundheitsreform lag dieser bei maximal einem Prozent des Gehalts. Im Jahre 2011 ist diese Grenze weggefallen. Die Höhe des Zusatzbeitrags ist seither nicht mehr begrenzt. Zudem werden Arbeitnehmer mit einem Gehalt von mehr als 2500 Euro pro Monat mit zusätzlich 7,50 Euro belastet. Es lohnt sich also in jedem Falle bei einem Krankenkassenvergleich auf Krankenkassen zu achten, welche durch gutes Wirtschaften auf die Erhebung eines Zusatzbeitrags verzichten. Aufgrund des gestiegenen Kostendrucks bei den Krankenkassen und den gestiegenen Gesundheitskosten greifen immer mehr Krankenkassen zu der Erhebung eines Zusatzbeitrags.

Auch Beitragsrückzahlungen sind möglich

Dass es auch anders geht, zeigen einige Krankenkassen, welche den Versicherten unter gewissen Umständen auch einen Teil der Beiträge wieder erstatten. Dies sind in erster Linie Krankenkassen, welche über eine relativ junge Mitgliederstruktur verfügen. Zudem gibt es auch Kassen, die Versicherte über verschiedene Bonusprogramme belohnen. So können gesetzlich versicherte Personen, die an regelmäßigen Vorsorgemaßnahmen oder Schutzimpfungen teilnehmen mit einer teilweisen Erstattung belohnt werden. Je nach gewählter Krankenkasse werden zum Jahresende bis zu 100 Euro an den Versicherten wieder erstattet. Es lohnt sich also, beim Krankenkassenvergleich besonders auf diese Bonusprogramme zu achten. Der Versicherte muss sich die durchgeführten Maßnahmen dabei lediglich vom durchführenden Arzt bestätigen lassen.

Die Möglichkeit von Wahltarifen

Durch Wahltarife stellen die Krankenkassen dem Versicherten ebenfalls eine Erstattung von Beiträgen in Aussicht. Diese werden beispielsweise dann gewährt, wenn der Versicherungsnehmer die Leistungen der Krankenkasse gar nicht oder nur selten in Anspruch genommen hat. Bei einem Krankenkassenvergleich sollte hier insbesondere darauf geachtet werden, ob eine Krankenkasse im Gegenzug eine Selbstbeteiligung bzw. einen Eigenanteil festlegt. Dies würde bedeuten, dass der Versicherungsnehmer die Kosten für den Arztbesuch bis zu einem bestimmten Betrag selbst übernehmen muss. Wer sich dann für einen Wahltarif entscheidet und doch Leistungen in Anspruch nehmen muss, zahlt dann eventuell mehr als bei einem regulären Tarif.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Wer einmal von der gesetzlichen in die private Krankenkasse gewechselt ist, kann nicht mehr ohne weiteres in die GKV zurückkehren. Deshalb ist ein Krankenkassenvergleich auch vor einem Wechsel dringend zu empfehlen. Denn oftmals bieten die sehr günstigen privaten Krankenversicherer einen geringeren Leistungsumfang als die gesetzlichen Krankenkassen. Wer danach zurückwechseln möchte, der kann dies nur im Falle einer Arbeitslosigkeit oder wenn das Bruttogehalt mindestens 12 Monate lang unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Zudem gilt diese Regelung nur für Arbeitnehmer bis zum 55. Lebensjahr.

Fazit zum Krankenkassenvergleich

Die Einführung des einheitlichen Beitrags hat die Durchführung des Krankenkassenvergleich etwas erschwert. Krankenkassen lassen sich seither nicht mehr durch die Höhe der Beiträge unterscheiden. Stattdessen muss bei einem Krankenkassenvergleich auf andere Punkte geachtet werden. Die wichtigsten Faktoren sind seitdem die angebotenen Zusatzleistungen sowie der Verzicht auf die Erhebung eines Zusatzbeitrags. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen durch den Abschluss einer privaten Zusatzversicherung zu erweitern. Diese ist beispielsweise für bestimmte ambulante Behandlungen, einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus oder auch für Behandlungen beim Zahnarzt möglich.

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