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PKV – Das sollten Sie wissen
Private Haftpflichtversicherung

PKV – Das sollten Sie wissen
Warum brauche ich eine Haftpflichtversicherung?
Jeder haftet unbegrenzt mit seinem gesamten Vermögen für Schäden, die er Dritten zufügt. Die Haftung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Aus Leichtsinn, Missgeschick oder Vergesslichkeit ist ein Schaden schnell verursacht. Eine Private Haftpflichtversicherung schützt den Versicherungsnehmer und alle mitversicherten Personen vor den Ansprüchen des Geschädigten.

Welche Risiken sind abgedeckt?
Die Private Haftpflichtversicherung schützt Sie als Privatperson, Fußgänger, Radfahrer, Sportler, Mieter oder Eigentümer von Wohnungen, Aufsichtsperson oder wenn Sie auf Reisen sind.

Der Versicherer prüft im Schadenfall, ob und in welcher Höhe Schadenersatz besteht, zahlt den Schaden oder wehrt unbegründete Ansprüche ab.

Wie hoch sollte die Absicherung sein?
Nicht alle Haftpflichtschadenfälle gehen glimpflich aus, wie z. B. ein Rotweinfleck auf dem Teppich des Nachbarn. Sind Personen verletzt, kann leicht ein Schaden in Millionenhöhe entstehen. Neben der Erstattung der Behandlungskosten und des Verdienstausfalles, hat der Verletzte häufig Anspruch auf Schmerzensgeld oder eine lebenslange Rente.

Sie sollten daher auf eine ausreichend hohe Deckungssumme achten, mindestens drei Millionen pauschal für Personen- und Sachschäden und mindestens 500.000 Euro für Vermögensschäden.

Wer ist versichert?
Die Private Haftpflichtversicherung schützt den Versicherungsnehmer, den (Ehe-)Partner und die Kinder. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auch auf eine Haushaltshilfe oder den Babysitter. In unserem Lexikon der Haftpflichtversicherung finden Sie eine detaillierte Übersicht über den (nicht)versicherten Personenkreis.

Wie lange sind die Kinder mitversichert?
Die Kinder sind grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr über die Familienhaftpflicht versichert. Solange das Kind zur Schule geht, eine Berufsausbildung macht oder studiert, ist es unabhängig vom Alter weiterhin versichert. Dies gilt auch für Wehr- und Zivildienstleistende, die nicht bei den Eltern wohnen.

Bei Heirat oder Beginn einer Zweitausbildung- bzw. Studium endet der Versicherungsschutz.

Welche Leistungen soll ich zusätzlich einschließen?
Die Leistungseinschlüsse sind je nach Anbieter kostenfrei oder gegen Beitragszuschlag mitversicherbar.

Für Eltern: Mitversicherung deliktunfähiger Kinder
Kinder unter sieben und im Straßenverkehr unter zehn Jahren sind delikt- bzw. schuldunfähig. Die Eltern können nur haftbar gemacht werden, wenn sie Ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Liegt keine Aufsichtspflichtverletzung vor, lehnt der Versicherer den Schaden ab. Viele Eltern zahlen den Schaden aus eigener Tasche, um unangenehme Situationen zu vermeiden. Ist die Klausel vereinbart, ersetzt der Versicherer den entstandenen Schaden.

Für Mieter
Mietsachschäden: Wird ein Waschbecken z. B. durch ein heruntergefallenes Parfüm beschädigt, ersetzt der Versicherer den Schaden.
Verlust fremder privater Schlüssel: Bei Verlust des Hausschlüssels muss meist die gesamte Schließanlage ausgewechselt werden. Ist die Klausel vereinbart, erstattet der Versicherer die Kosten. Allerdings sind betriebliche Schlüssel vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Für Hauseigentümer: Mitversicherung von Bauvorhaben
Schäden aus kleineren Bauvorhaben oder Renovierungsarbeiten sind über diese Klausel versichert. Bauvorhaben größeren Umfangs sollten über die Bauherrenhaftpflicht versichert werden.

Für Tagesmütter: Betreuung fremder Kinder
Wer fremde Kinder betreut, übernimmt auch die Aufsichtspflicht. Tagesmütter sollten darauf achten, dass der Einschluss in Ihrer Privathaftpflichtpolice vereinbart ist.

Was ist nicht versichert?
Haftpflichtschäden der mitversicherten Personen untereinander (z. B. Kinder/Eltern) sind nicht versichert.
Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind zudem vorsätzlich herbeigeführte Schäden, Geldstrafen, Bußgelder, Vertragspflichtverletzungen und Schäden, die durch den Gebrauch eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeuges entstanden sind.